Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

und wieder ist ein Jahr wie im Flug vergangen. Ich möchte Ihnen im Namen der Gemeinde Lebrade ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Wie auch in der Vergangenheit möchte ich einen kurzen Rückblick auf dieses Jahr sowie einen Ausblick auf das kommende Jahr geben.

Zu Beginn des Jahres hat uns das Thema Corona mit allen Auswirkungen und Einschränkungen stark beschäftigt. Insbesondere die Einschränkungen haben uns sehr zu schaffen gemacht. Im Gemeindebereich konnten nicht die notwendigen Versammlungen durchgeführt werden, Feiern durften nicht stattfinden und auch das private Zusammenkommen war eine ganze Zeit durch Vorschriften eingeschränkt. Auch ich musste und wollte während der Coronazeit Abstand davon nehmen, Sie zu Jubiläen und Geburtstagen aufzusuchen, um keine Erkrankungen zu übertragen. Im neuen Jahr werde ich diese Tradition aber wieder aufnehmen.

Im Laufe des Jahres hat das gesellschaftliche Treiben dann wieder Fahrt aufgenommen. So konnte im Sommer in Kossau eine Festwoche anlässlich des 50. Dorffestes durchgeführt werden. Es gab sehr viele schöne Veranstaltungen für alle Bürger. Auch in Lebrade wurden in diesem Jahr durch die neue Dorfgemeinschaft DORLE viele Veranstaltungen organisiert. Sehr zur Freude der Einwohner, die rege teilgenommen haben. Die DORLE hat viele Ideen gesammelt und auch umgesetzt. Ich möchte hier auch im Namen der Gemeinde danken, dass ihr die Festscheune so schön saniert und ein Bücherhaus aufgebaut habt. Über die anderen Aktivitäten werden Sie in diesem Blatt ja auch gesondert informiert.

Im Gemeinderat haben wir uns weiter mit dem Thema Neubaugebiet und Bau eines Feuerwehrhauses beschäftigt. Die Pläne mussten nach der ersten Veröffentlichung zu Beginn des Jahres in Teilen überarbeitet werden und sind jetzt erneut für Stellungnahmen veröffentlicht. Einen genauen Zeitplan für das weitere Vorgehen kann man schwer benennen. Wir möchten aber im nächsten Jahr das Baugebiet erschließen und mit den Baumaßnahmen nach Möglichkeit beginnen. Das gleiche erhoffen wir auch für unser zweites Baugebiet, das wir in Kossau in der Jittbuschtwiete für den Bau von einigen Häusern in der Planung haben. Auch läuft derzeit noch die öffentliche Bekanntmachung.

Ein weiteres Projekt in der Gemeinde ist die Planung eines Solarparks an der Gemeindegrenze zu Lepahn. Hier möchte die Gutsverwaltung Rixdorf ca. 11 Hektar Land mit Solarmodulen bebauen. Solche Pläne werden derzeit in vielen Gemeinden vorgenommen, um zum einen die Energiewende voranzubringen und für die Gemeinden auch Steuereinnahmen für die immer weiter steigenden Kosten zu generieren. Auch hier mussten die ersten Pläne überarbeitet und mit Nachbargemeinden abgestimmt werden. Die Veröffentlichung der neuen Pläne ist für den nächsten Monat geplant.

Bei dem Thema Steuereinnahmen kommen wir auch zur Haushaltslage der Gemeinde. Die Gemeinde verfügt über vernünftige Rücklagen für die Wasserversorgung und allgemeine Aufgaben und hat einen niedrigen Schuldenstand, der in nächsten 4 bis 5 Jahren abgebaut wird. Trotzdem steigen die Ausgaben für Energie, Kinderbetreuung in den Kindergärten und Schulen, Personalkosten in der Amtsverwaltung für neue Aufgaben und Mitarbeiter immer stärker an. Da auch die Preise für Wasser und Abwasser durch die Energiepreise beeinflusst werden, bleiben wir auch hier davor nicht verschont, die Preise entsprechend anzugleichen. Das gilt auch für die Abwassergebühren in Kossau, die über den Zweckverband Ostholstein abgerechnet werden.

Im Zusammenhang mit gestiegenen Kosten möchte ich noch einmal  zwei Appelle an Sie richten. Das Amt hat große Not, Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten wie der Ukraine in vernünftigen Wohnungen unterzubringen. Es ruft dazu auf, dass jeder, der Wohnraum zur Verfügung stellen könnte, sich dort bitte melden möge. Ansonsten sind die Gemeinden des Amtes Großer Plöner See im nächsten Jahr gezwungen, neuen Wohnraum zu schaffen und zu bezahlen. Das wird Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt haben. Der andere Appell richtet sich an die Benutzer der Abwasserversorgung in Lebrade. In diesem Jahr musste fünfmal eine Fachfirma damit beauftragt werden, die Pumpwerke zu reparieren. Was war geschehen? Der Ausfall der Pumpen hatte keine technischen Ursachen. Die Pumpen wurden durch Kleidungsstücke und andere Gegenstände, die nicht über die Kanalisation entsorgt werden sollten, außer Betrieb gesetzt. Die Reparaturen sind aufwändig und teuer, so dass hier schnell ein fünfstelliger Betrag zustande gekommen ist. Diese Kosten finden sich jetzt im erhöhten Abwasserpreis wieder und müssen von uns allen getragen werden. Ich bitte bei der Nutzung der Abwasseranlagen um eine gewisse Aufmerksamkeit.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Energiepreise in Lebrade durch den Betrieb des Wärmenetzes. Die Wärmegenossenschaft hat derzeit viele Anfragen für Neuanschlüsse von Bürgern, die noch nicht an das Wärmenetz angeschlossen sind. Hier findet derzeit noch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung statt, um den Interessenten im Januar verbindlichen Angaben zu Kosten machen zu können.

Sollten die Energiepreise weiterhin auf dem hohen Niveau verbleiben, wäre nach meiner Einschätzung auch noch einmal eine Prüfung für ein mögliches Wärmenetz in Kossau vorzunehmen.

Als Ausblick ist unschwer zu erkennen, dass die Gemeinde auch im nächsten Jahr genügend Themen bearbeiten muss und will. 

Das Wichtigste für das nächste Jahr ist jedoch, dass der Krieg in der Ukraine beendet wird, um den Menschen dort wieder Frieden zu geben und von den Problemen Energie, Flüchtlinge und Demokratieverlust Abstand zu finden. Die Menschen aus der Ukraine sind hier herzlich willkommen, sie wollen selbst aber so schnell wie möglich wieder zurück in ihr Land zu ihren Familien und Freunden.

 

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen

Jörg Prüß

Der Bürgermeister